Mehr zum Eierschneider

Ein Eierschneider? Wozu um alles in der Welt braucht man denn so etwas, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Dann sehen Sie ein Foto und erinnern sich an die Kindheit. Da war doch etwas? Nur hieß das putzige kleine Gerät bei Ihnen ganz anders? Tatsächlich ist das so, denn Eierschneider wurden seit jeher auch Eierharfe, Eierteiler, Mehrfachschneider oder Eiergarnierwerkzeug genannt. Eierharfe finden Sie drollig? Das ist ja auch eine drollige Bezeichnung, doch fragen Sie mal Kinder. Für viele Kinder war der Eierschneider tatsächlich so etwas, wie die erste Begegnung mit einem Saiteninstrument und völlig fasziniert hat schon so manches Kind immer wieder die Saiten geschlagen und spielte Harfe, Zither oder Gitarre. Deshalb hat dieser genial simple Küchenhelfer bis heute einen gewissen Kultstatus.

Millionenartikel Eierschneider

Wer weiß es schon heute noch, doch tatsächlich war der Eierschneider einer der ersten Massenartikel der vorigen Jahrhunderts, der in Millionenauflagen produziert wurde. Erfunden wurde der Eierschneider schon um 1900, ein Patent dafür bekam der Erfinder Willy Abel 1911. Im Jahr 1909 wurde de Eierschneider zum erfolgreichsten Massenprodukt unter den Kleinartikeln, denn  es wurden mehr als zehn Millionen Eierschneider verkauft. Der technische Konstrukteur und Erfinder hatte 1907 die Harras-Werke in Lichtenberg bei Berlin gegründet, wo auch die Eierschneider produziert wurden. Abel  wurde auch durch die Erfindung der Brotmaschine und des ersten Fahrkartenautomaten berühmt.

Funktion und Aufbau des Eierschneiders

Der Eierschneider besteht aus einem Ober- und einem Unterteil. Das Oberteil ist schwenkbar und besteht aus einem Metallrahmen (Meist Aluminium), in dem dünne Drähte gespannt sind, die als Schneidewerkzeuge dienen. Das Unterteil aus Kunststoff oder rostfreiem Edelstahl hat eine Mulde die das Ei aufnimmt und in Position hält. Der Rahmen wird auf das Ei geklappt, heruntergedrückt und schon ist das Ei in Scheiben geschnitten. Der Eierschneider schneidet hartgekochte Eier in gleichmäßige dünne Scheiben, die vom Salat bis zur kalten Platte für vielfältige Dekorationen verwendet werden können. Drehen Sie das Ei um 90 Grad quer und schneiden Sie das durch den ersten Schnitt erhaltenen Scheibenpaket nochmals, erhalten Sie damit akkurate, feine Eierwürfel. Eine Variante des Eierschneiders hat eine zusätzliche Mulde, die das Ei hochkant aufnehmen kann. Im stets gleichen Abstand ist der Rand der Aufnahmemulde mit Kerben versehen, die pro Ei sechs perfekte Eispalten liefern.

Welcher Eierschneider wofür?

Eierschneider aus rostfreiem Edelstahl haben den Vorteil, dass sie säurebeständig sind und grundsätzlich in der Spülmaschine gereinigt werden können, einfache Plastikmodelle überleben das nicht.
Wer den Eierschneider auch kreativ einsetzt und damit Mozzarella und Champignons schnell für den Salat zerkleinern möchte und vielleicht auch gekochte Pellkartoffeln für den Kartoffelsalat oder für die leckeren Bratkartoffeln schön gleichmäßig schneiden will, sollte zum robusteren Edelstahlmodell greifen. Wer nur ab und zu für einen Nudelsalat hartgekochte Eier würfelt oder zwei hartgekochte Eier zur Dekoration in schöne Scheiben schneidet, kommt durchaus mit einem Plastikmodell aus. Langlebiger bei häufigerem Einsatz sind natürlich Edelstahlmodelle. Sie haben durchweg auch die robusteren Schneidedrahtbefestigungen. Die Drahtrahmen sind ja nicht nur wegen kindlicher Saitenspiele die Teile, die am Eierschneider an anfälligsten sind. Auch bei teureren Modellen können sie Schaden nehmen, sie sind halt klassische Verschleißteile. Doch gibt es im Handel Ersatzdrahtrahmen, deren Anschaffung preislich aber nur bei den teureren Edelstahlmodellen lohnen. Ansonsten ist ein Neukauf einfach billiger.

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