Der Eierlöffel

Eierlöffel

Was braucht man noch zum Genuss des Frühstückseis neben dem Ei selbst, dem Eierbecher und etwas Salz? Richtig: den Eierlöffel. Wie jeder Löffel besteht auch der Eierlöffel aus der Löffelschale Laffe, die als Höhlung der Flüssigkeitsaufnahme dient, und dem Löffelstiel. Ursprünglich im 16. Jahrhundert waren Laffe und Stiel meist rund. Über die Jahrhunderte wurde der Löffelstiel immer flacher und länger. Heute gehören kleine Löffel, die meist Tee- oder Kaffeelöffel genannt werden, zu jedem Bestecksatz, doch sind solche Bestecke noch relativ jung in unserer Kultur und setzten sich erst im 19. Jahrhundert auch an der bürgerlichen Tafel durch. Eierlöffel haben heute entweder eine etwas tropfenförmige oder eine ovale Form. Die Laffe ist oft etwas kleiner als die von Tee- oder Kaffeelöffeln, damit sie gut auch in kleinere Eier passt.

Eierlöffel aus Silber?

Früher gehörten die Eierlöffel nicht zum Besteck für die feierliche Tafel. Solche Bestecksätze nämlich waren meist aus Silber oder sie waren versilbert. Und dass sie nicht dazu gehörten hatte einen guten Grund: Sie kennen das ja. Die Frühstückseier sind fertig und kommen auf den Tisch. Halt, da fehlen noch die Eierlöffel. Rasch werden irgendwelche Teelöffel aus der Besteckschublade gekramt und am Tisch verteilt. Auf das Material der Löffel wird nicht geachtet, meist nimmt man ohne groß darüber nachzudenken einfach Teelöffel des Essbestecks. Und dann das: Ob die Eier wohl noch gut sind? Die schmecken so komisch, irgendwie metallen. Vielleicht sollte man die Eier doch lieber nicht essen? Kennen Sie das?

Das Ei schmeckt nicht. Ist es verdorben?

Sie brauchen das Ei nicht gleich wegzuwerfen, denn daran, dass es verdorben sein könnte, liegt es vermutlich gar nicht. Haben Sie Teile Ihres Silberbestecks als Eierlöffel benutzt? Dann liegt der merkwürdige Geschmack an den Silberlöffeln. Warum aber ist das so? Im Eiklar Ihres Frühstückseis sind schwefelhaltige Aminosäuren vorhanden. Bei der Reaktion mit Silber entsteht Silbersulfid, das diesen merkwürdigen Metallgeschmack verursacht. Bald setzt sich dieses Silbersulfid dann auch als dunkler Belag auf dem Silber ab, der Löffel „läuft an“. Gleiches geschieht auch bei der Verwendung von Silberlöffeln beim Essen von Kaviar und beim Einsatz als Salzlöffel. Übrigens gilt das auch für versilberte Löffel, entscheidend ist nämlich der Kontakt von Silber mit den Aminosäuren. Gehören zu einem Silberbesteck heute spezielle Eier-, Salz- oder Kaviarlöffel dazu, sind sie meist vergoldet.
Wenn Ihnen das bereits passiert ist, können Sie ihre silbernen Löffel mit handelsüblichen Silberputzprodukten wieder hell und blank machen. Es geht auch mit Hausmitteln: Alufolie ins Spülbecken legen, einen guten Teelöffel Salz hinzugeben, Löffel hineinlegen und mit heißem Wasser übergießen. Im Handumdrehen sehen Ihre Löffel wieder aus wie neu.

Perlmutt – Die edle Alternative für Eierlöffel

Es ist also besser dem Vorzubeugen und darauf zu achten, dass zu Ihren Eiern Löffel aus Plastik oder Edelstahl auf den Tisch kommen. Plastiklöffel gibt es in allen möglichen Farben aber auch als Perlmutt-Imitat, wenn die Tafel etwas konservativer aussehen soll. Eine wirklich edle Alternative zum vergoldetem Silber sind Eierlöffel aus echtem Perlmutt, die meist im Sechserset angeboten werden. Diese Eierlöffel verschönern mit ihrem matten Schillern jede Tafel. Sie stammen aus der Südsee und werden aus Muschelschalen gefertigt. Aus größeren Muschelschalen von Hand geschnitzt, sind alle Perlmutt-Eierlöffel Unikate und reine Naturprodukte. Sie haben nur einen Nachteil: Sie sind nicht spülmaschinenfest.

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