Eierköpfer

Eierköpfer

Das haben Sie ja vielleicht  auch schon erlebt, wenn man mit Freunden gemütlich am Frühstückstisch sitzt: Die Frühstückseier kommen auf den Tisch und schon geht es los mit den Frotzeleien, denn die Art ein Frühstücksei zu öffnen, ist schon fast eine Glaubenssache. Es gibt ja die verschiedensten Techniken, ans Gelbe vom Ei zu kommen. Der eine klopft das Ei an und pellt es dann von Hand ab, meist tropft dabei Wasser auf Teller oder Tisch, die Überreste der Eischalen komme in den Eierbecher, das Ei wird nun etwas wackeliger darauf platziert. Los geht es mit dem Genuss, der Löffel sticht ein und das überlaufende Eigelb fängt an außen am Ei herunter zu laufen. Eine weitere gängige Methode dem Ei beizukommen ist es, das Messer quer anzusetzen und  den Kopf des Eis schneidend abzutrennen. Wird dabei zu tief angesetzt, spritzt das Eigelb hinaus. Noch größer ist das Risiko für eine verschmierte Frühstückstafel, wenn man das Ei mit dem quer angesetzten Messer wie im Schlachtgetümmel mit einem Säbelschlag beherzt und - besonders für zusehende Kinder - spektakulär enthauptet.
Das muss doch auch anders gehen, sagten sich pfiffige Tüftler und Erfinder schon zum Beginn des 20. Jahrhunderts, einer Zeit indem auch das Bürgertum ausgedehntes und gepflegtes Tafeln schätzte, das damals ein Kulturgut war. Das erste Patent für einen im Volksmund bald „Eierköpfer“ genannten Eieröffner wurde bereits 1901 erteilt. Schon 1907 gab es ein zweites Patent für eine Verbesserung. Dabei handelte es sich um einen Eieröffner mit Schneidezähnen in einem Hohlring und einem Scherenmechanismus, wie er ähnlich bis heute verwendet wird. Allen Modellen ist die gleiche grundlegende Funktionsweise eigen: Die Schale des Eis wird nahe der Spitze mechanisch durchtrennt.

Eierköpfer mit Scherenmechanismus

Die bis heute verbreitete Urform des Eierköpfers besteht aus einem Ring, der innen hohl ist. Dort ist eine metallene Schlaufe untergebracht, die mit nach innen gerichteten Zähnen ausgestattet ist. Durch einen Scherenmechanismus kann sie zusammengezogen werden. Auf diese Art wird die Eierschale durchtrennt. Die Spitze des Eis kann nach kurzer Drehung einfach abgenommen und ausgelöffelt werden. Heute besteht dieser Ur-Eierköpfer meist aus Edelstahl und kann im Geschirrspüler gereinigt werden. Statt der Arme mit den Scherenösen gibt es heute auch Modelle, die mit Zangenarmen arbeiten. Probieren Sie also einfach aus, welcher Eierköpfer Ihnen besser in der Hand liegt und mit welcher Handhabung Sie besser klarkommen.

Eierköpfer mit exzentrischen Klingen

Ein etwas anderes Bau–Prinzip des Eierköpfers besteht aus einem einfachen Ring, in dessen Hohlraum innen exzentrisch rotierende kleine Klingen eingebaut sind. Dieser Ring wird auf das Ei aufgesetzt und dann von Hand etwas gedreht. Die Klingen im Inneren durchtrennen die Eischale sauber. Nun kann das Ei problemlos ausgelöffelt werden. Eine Variante dieses Rings verfügt außen über zwei Drucktasten. Nach dem Aufsetzen des Rings und dem Drehen drückt man ein- bis zweimal kräftig mit zwei Fingern gleichzeitig auf die Tasten. Schon ist das Ei geköpft. Doch braucht es dafür ein wenig Fingerspitzengefühl, bei zu kräftigem Druck wird das Ei womöglich nicht sauber guillotiniert, sondern zu Eimatsch zerquetscht.

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