Der Eierbecher

Der Eierbecher, das gern vergessene Zubehör fürs perfekte Frühstücksei

Eierbecher – daran denkt man nur nebenbei, wenn es ums Eierkochen geht. Und doch sind sie ein wichtiges Zubehör und tragen zum Genuss eines frisch und genau auf den Punkt gekochten Eis spürbar bei. Sie machen den Wohlgeschmack so richtig rund. Wer möchte schon ein noch heißes Frühstücksei in den Fingern halten? Ständig der Versuch des Kühlpustens des Eis, des Abkühlen der schmerzempfindlichen Fingerkuppen durch heftiges Wedeln. Mal ehrlich, das ist doch eine Qual, das braucht doch wirklich kein Mensch. Außerdem können sich die Frühstückseier ohne Eierbecher selbstständig machen, davon rollen und sich klatschend weiß und gelb auf dem Fußboden verteilen.
Man kann sich vielleicht – so vorhanden – mit im Durchmesser halbwegs passenden Schnapsgläsern behelfen. Das ist zwar immer noch besser als verbrannte Finger, aber letztlich auch nur eine Notlösung, denn auch Glas kann sehr heiß werden und zudem platzen.
Kein Wunder also, dass der Eierbecher schon früh erfunden wurde und tatsächlich zu einem Stück unserer Kultur wurde. Schon für die Römerzeit ist die Existenz von Eierbechern belegt. Ein Mosaik in Antiochia aus dem Jahr 40 v. Chr. zeigt Eierbecher in heutiger Form, mit hoch stehenden Eiern und passenden Eierlöffeln dazu. Auch in den Ruinen von Pompeji wurde ein silberner Eierbecher mit einem Eierlöffel gefunden. Lange Zeit schienen die praktischen Eierbecher in Vergessenheit geraten zu sein, als sie im 16. Jahrhundert beim Adel wieder in Mode kamen und von da an zu gepflegter Tischkultur gehörten. Mit der Erfindung des Porzellans und später der industriellen Porzellanfertigung wurden sie zum Massenartikel für jedermann. Als aufwändig hergestellter Tafelschmuck sind Eierbecher bis heute auch hochwertige Sammlerstücke.
Eierbecher mit (perfektem) Frühstücksei.
Eierbecher mit (perfektem) Frühstücksei.
Im Alltag ist man gut dran, wenn die Eierbecher sowieso schon zum Geschirr gehören. Da braucht man sich keine Gedanken mehr darum zu machen, was denn zur hübsch gedeckten Ostertafel gehört. Doch auch hier bleibt die Frage, was zum Beispiel bei Feiern mit Kindern wird.
Also wird man doch gern auch zu knallbunten Eierbechern und zu Modellen in Form von lustigen Figuren oder in Tiergestalt greifen. Die Vielfalt an Formen, Farben und Materialine bei Eierbechern ist fast unübersehbar.  Grundsätzlich haben Eierbecher entweder die Form eines kleinen Glases mit Kelch und Fuß oder als flache Tellerform mit breitem Boden, auf dem seitlich auch der Eierlöffel Platz hat wie auch ein kleiner dazugehöriger Salzstreuer.
Natürlich gibt es auch unter den Eierbechern Modelle, bei denen die Funktionalität zwar gegeben ist, Form und Design aber deutlich im Vordergrund stehen. Puristische Formen des Eierbechers ohne Becher wie ein offener Dreibeinständer, bunte Kissenbecher, schlichte Frühstückstabletts mit Eierbechereinsatz, Schaleneierbecher in Blumenform und edle Holzarbeiten machen einen simplen Eierbecher zum Design-Hingucker auf den Frühstückstisch.
Noch edler daher kommen natürlich reduzierte Eierbechermodelle aus Edelstahl und klassische Eierbecherformen aus Silber. Sie eignen sich genau wie die Eierbecher der großen Porzellanmanufaktur Meißen oder der KPM für die festliche Tafel. Dann ist ein Eierbecher mehr als nur ein Stück Alltagskultur.
So gibt es heute Eierbecher in allen Preisklassen vom einfachen Kunststoffmodell über den schlicht weißen, überall dazu passenden weißen Steingut- oder Porzellaneierbecher zu Preisen ab einem Euro bis hin zu Modellen aus der Meißener Porzellanmanufaktur oder einem edlen klassischen Eierbecher aus Sterlingsilber für ein paar hundert Euro. Weiter gibt es historische Sammlerstücke, die in die Tausende gehen.

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